The post address to the Studio Lounge was Obertrubach. But when we arrived in Obertrubach our GPS and said “follow the road for four kilometers” we thought there must be something wrong. But we kept driving and eventually ended up in Untertrubach. You can’t imagine that a village that small will have a venue that big, but there was the Studio Lounge, owned by Bobby, who turned out to be Meatloaf’s old drummer. NĂŒrnberger Nachrichten was there and reviewed the show, and here’s what they wrote:
Mit Songs verzaubertÂ
 Sofia Talvik machte in Untertrubach eine StationÂ
Eigentlich stammt Sofia Talvik aus Schweden. Doch die 35-jĂ€hrige SĂ€ngerin und Songwriterin lebt seit Kurzem in Berlin. Auf ihrer aktuellen Deutschland-Tournee hat sie in der âStudio Loungeâ in Untertrubach bei Robert âBobbyâ Bachinger Halt gemacht. Mit eigenen Songs verzaubert sie, die bereits beim legendĂ€ren Musikfestival Lollapalooza in Chicago fĂŒr Aufsehen gesorgt hat, âinmitten des Nirgendwoâ die Zuhörer.
Es sind melancholische Geschichten, die Sofia Talvik erzĂ€hlt. GefĂŒhlvolle Balladen voller Schmerz, tausendfacher TrĂ€nen und der Erfahrung des Verlassen-worden- seins, zumindest wenn es sich um Songs ihres ersten Albums âBlue Moonâ handelt.
Mit feenhafter Stimme und ganz viel Hall auf dem Mikrofon tastet sie sich durch emotionales Chaos und spielt dazu auf ihrer akustischen Gitarre. Schnörkelloser Gesang und eine einfache, obgleich keineswegs simple Begleitung sorgen fĂŒr die Konzentration auf das Wesentliche. Auf das Leben, seine Höhen und Tiefen, seine wilden und ruhigen Episoden, seine TrĂ€ume und die harte RealitĂ€t.
Etwa, wenn in âWhen Winter Comesâ eine eisige AtmosphĂ€re das Innere der SĂ€ngerin und ihrer Zuhörer ergriffen zu haben scheint. Mit menschlicher WĂ€rme rĂŒckt die gebĂŒrtige Göteborgerin den emotionalen Minusgraden zu Leibe. Oder wenn sie vom Regen in Florida singt, der dort nur als âLiquid Sunshineâ den Boden erreicht.
Vorbilder zu spĂŒren
Metaphern, Symbole und bildreiche Schilderungen durchziehen Sofia Talviks Texte. Die EinflĂŒsse ihrer Vorbilder Suzanne Vega oder Aimee Mann sind allenthalben zu hören und zu spĂŒren. Eine musikalische Ausbildung kann Sofia Talvik nicht vorweisen, lediglich etwas Klavierunterricht in der Schule. Das Spiel auf der Gitarre hat sich die Folk-Pop-SĂ€ngerin selbst beigebracht und dabei auch das Schreiben eigener Songs: âFĂŒr Coversachen bin ich nicht geeignetâ, sagt sie.
Im Alter von 22 Jahren folgen erste Auftritte, fĂŒnf Jahre spĂ€ter das erste autobiographisch gefĂ€rbte Album âBlue Moonâ. Aus diesem Kleinod, gleichsam einem musikalischen Tagebuch Sofia Talviks, erklingen gespensterhafte âGhostsâ, die wie ihre sanft hingestreichelten Liebeslieder fĂŒr ein Prickeln auf und unter der Haut sorgen. Dass sie nicht nur das Klischee der skandinavisch-depressiven Liedermacherin verkörpert, zeigen die heiter- gelösten Intermezzi, wie âBeautiful Nakedâ. Dann gelingt Sofia Talvik nicht nur die Beschreibung ihres nackten Nachbarn, der sich auf seinem Berliner Balkon hĂ€ngen lĂ€sst, sondern auch eine hinreiĂende Hymne auf die Freiheit.
Lieder wie Bilder
Vielleicht liegt es ja an ihrem Vater, dem Maler, dass die SÀngerin ihre Kompositionen wie Bilder anlegt. Eine rhythmische Grundierung, die nicht so sehr ins Auge springt, einige leichthÀndig hingeworfene Motive und die Schwerelosigkeit des Aquarells leuchten hervor.
Besondere Momente erzeugen zwei alte schwedische Volkslieder, âDrauĂen im Haagâ und âMeine Rose, meine Lilieâ, die Sofia Talvik a cappella vortrĂ€gt, und die ob ihrer dichten Stimmung und einfachen Gestaltung beund verzaubern. Mit âSheâs leavingâ verlĂ€sst Sofia Talvik die BĂŒhne. Wer sie bei ihrem nachdenklichen, mitfĂŒhlenden und bewegenden Konzert gehört hat, kann ihren Beteuerungen: âIch bin niemand Besonderes, ich tue nichts Besonderesâ wirklich keinen Glauben schenken. Seien wir froh, dass Sofia Talvik ihren Job am FlieĂband eines Autoherstellers aufgegeben und sich ganz der eigenen Musik zugewandt hat.
– UDO GĂLDNER , Nuernberger Presse, Ausgabe 13.02.2014